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| Arbeiten, wo andere Urlaub machen: Zwei Gemünden-Mitarbeiter mauern Kapelle in den Alpen
Arbeiten wo andere Urlaub machen – dieser Wunsch ging jüngst für zwei Maurer der Bauunternehmung Gemünden in Erfüllung. In luftiger Höhe mauerten die beiden jungen Männer eine Wegkapelle am Mainzer Weg des Deutschen Alpenvereins. Die Idee entstand bereits 2007: Einige Mainzer Bergfreunde des Deutschen Alpenvereins fassten den Plan, nahe der sektionseigenen Kaunergrathütte eine Wegkapelle zu errichten. Hoch oben über dem Pitztal gelegen, auf 2.817 m Höhe, soll die Wegkapelle Wanderern einen Ort der Besinnung bieten. Gleichzeitig wird sie Mittelpunkt der Bergmessen sein, die jährlich am Kaunergrat stattfinden. Nach vier Jahren Vorbereitung und Planung ist es nun soweit: Die Arbeiten an der Wegkapelle sind im vollen Gange – mit tatkräftiger Unterstützung der Bauunternehmung Gemünden. Bauunternehmer Tim Gemünden, selbst begeisterter Bergsteiger und Mitglied der Mainzer Sektion des Deutschen Alpenvereins, entsandte zwei seiner Maurer in die Berge, um den Rohbau für die Kapelle zu erstellen. Mitte Juni ging es los: Die Gemünden-Mitarbeiter Mike Hahn (26) und Michael Gabel (28) machten sich auf zur außergewöhnlichsten Baustelle ihrer bisherigen Maurerlaufbahn. Ausgangspunkt für ihr Abenteuer war das Pitztal. Von dort wurden sie per Hubschrauber auf 2.817 m geflogen. Mit im Gepäck: Ziegelsteine, Schalholz, Mörtel, Stemmhammer, Handrührgerät – eben alles, was man zum Erstellen eines Rohbaus braucht. Oben an der Baustelle angekommen erwartete die beiden Maurer die beeindruckende Kulisse des wilden Kaunergrats. Empfangen wurden die beiden von der Hüttenwirtsfamilie Dobler. Die Doblers bewirtschaften die Kaunergrathütte der Mainzer Sektion des Alpenvereins. Nach der ersten Nacht in den Bergen ging es für die beiden Gemünden-Mitarbeiter ans Werk. Die ersten Stunden waren gewöhnungsbedürftig. Die beiden Männer mussten sich erstmal an das Arbeiten auf 2.800 m gewöhnen. "Die Luft da oben war ziemlich dünn", erklärt Michael Gabel. "Darum waren die Arbeiten viel anstrengender als auf einer normalen Baustelle. Wir fühlten uns teilweise wie nach einem Marathon." Die beiden Gemünden-Maurer hatten bei ihrem Spezialauftrag alle Hände voll zu tun. Auf der bereits betonierten Bodenplatte wurden zwölf Gewindestäbe eingelassen. "Die Gewindestäbe dienen als Verankerung für das gesamte Bauteil von der Bodenplatte bis zum Dach", erläutert Maurer Mike Hahn die Konstruktion. "Schließlich muss die Kapelle Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h standhalten." Anschließend mauerten die Männer die Ziegelsteine und führten die Betonagen aus.
Besonders anspruchsvoll waren die Arbeiten an der Tür. Diese wurde als Rundbogen ausgeführt und musste von Hand eingeschalt werden. Die Arbeiten verliefen reibungslos, wenn auch das Wetter nicht immer mitspielte. In einer Nacht hatte es 20 cm geschneit. So hieß es am nächsten Morgen erstmal Schneeräumen. Der felsige Zuweg von der Kaunergrathütte zur Baustelle musste erstmal vom Schnee befreit werden, damit die Männer sicher an ihren Arbeitsplatz gelangen konnten. Bei all den Anstrengungen war eine zünftige Verköstigung Pflicht. Hüttenwirtin Julia Dobler und ihr Koch sorgten für erstklassige Verpflegung. Käsespätzle, Hirschgulasch und Kaiserschmarrn – täglich zwei warme Mahlzeiten sorgten dafür, dass die Gemünden-Männer nicht vom Fleisch fielen. Nach einer guten Woche ging es für die beiden Maurer wieder Richtung Heimat – diesmal allerdings nicht per Hubschrauber, sondern zu Fuß. In rund 2,5 Stunden ließen Michael Gabel und Mike Hahn rund 1.200 Höhenmeter hinter sich. Doch es soll kein Abschied für immer sein. Beide hat die Begeisterung für die Berge gepackt. Michael Gabel freut sich schon jetzt auf die Rückkehr zu „seiner“ Kapelle: Bei der Eröffnung der Kapelle am 3. September 2011 will er auf jeden Fall dabei sein. ![]()
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